#Commonism

Für mögliche Sponsoren, arbeiten wir aktuell an einem Konzeptpapier. Danke für allfällige Kommentare.

WORK IN PROGRESS

[2. Lesung 12.04.22 | 1. Lesung, 09.04.22 | Danke für deine Rückmeldungen | Der Text bleibt in Bearbeitung | Letzte Bearbeitung: 10. April 2022, 19:13h]

Ist „die Metapher vom Myzel“ darum so attraktiv, weil sich DIE KULTURFORM DER MODERNE so offensiv nach ihrer „Nächsten Kulturform“ sehnt?

Die Metapher vom Myzel

Weil du dich für Pilze interessierst, weisst du natürlich, dass die Biologie zwischen der „Welt der Pflanzen“ und der „Welt der Tieren“ – zu welchen auch wir Menschen gezählt werden – „die Welt der Myzele“ zu unterscheiden vermag:

Eine Pflanze erlebt ihr exponentielles Wachstum, spielt ihren Lebenszyklus durch, blüht ganz wunderbar, verstreut wild ihre Samen und stirbt ganz für sich alleine.

Den Tieren geht es ähnlich. Aber es lässt sich leicht ein ausserordentlich intensives soziales Leben beobachten, voller komplexer kommunikativer Interaktionen. Egal ob es sich dabei um Ameisen, Vögel oder Menschen handelt.

Das Myzel ist ein Organismus, was bis zu 8’000 Jahre alt werden kann. Es treibt unterschiedlichste und kreativste Formen aus wie die Pflanzen. Es hat kein Gehirn, keine Banken, keine Zentralregierung, keine Geheimdienste und keine Armee. Auch keine unterschiedlichen lebensnotwendigen Organe wie die Tiere. Aber es kann „Erkenntnisse machen“, „Entscheidungen treffen“, „Strategien entwickeln“. Ohne Myzele, keine Bäume, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen.

Wenn Menschen von Myzelen reden, dann sprechen Menschen über das, was sie an der Oberfläche davon sehen: Den Pilzen. Und so beschreiben Menschen das Leben der Myzele, wie dies „Die Perspektive der Perspektive“ halt eben so favorisiert.

„Fasziniert zu tun von der Oberfläche, wäre oberflächlich.“ (so?)

Die 2. Durchführung am letzten Wochenenende August 2022 von #FiastaDaBulius in der Surselva, erweitert das, was in der ersten Durchführung in Cumbels 2021 im Programm sichtbar, in der Interpretation des Anliegens angedeutet und von unserer Initiatorin Alison Langley in verschiedenen Eröffnungsbeiträgen ausgesprochen wurde: Sie fragte umstandlos „nach unserem Platz auf der Erde als Menschen“.

Wenn wir nun die #FiastaDaBulius in der Surselva umherziehen lassen, gleicht das der Wirkungsweise von einem Myzel. Wir wollen über Pilze reden. Wir wollen sie fotografieren. Wir wollen sie kochen und genüsslich essen. Aber noch sehr viel mehr: Wir wollen der Achtsamkeit einen kreativen, überstürzten, neugierigen Raum gestalten:

Das Myzel überrascht, provoziert, fasziniert.

Die rätoromanische Bezeichnung unserer Region „Surselva“ bedeutet „oberhalb des Waldes“. Über der Baumgrenze ist es unwirtlich. Nicht nur für Pflanzen. Auch für die Menschen.

Wer mit der Bahn – und dem Fahrrad – dem Rhein entlang durch die Ehrfurcht erweckende Ruinaulta richtung Alpsu (Oberalppass) fährt, muss über „das oberste Dorf“ – Sumvitg – hinaus fahren. Dort wo wirklich niemand mehr leben will. Dort wo die Einöde beginnt: Die Desertina.

Um 700 wurde hier das „Closter Dissentis“ gegründet. Der „Heilige Martin“ – welcher vom hohen Ross herab, bereit war, seinen Mantel mit einem Bedürftigen zu teilen – wurde Namenspatron. Die Kepahlophorenlegende erzählt vom lokalen Placidus und einem fränkischen Mönch Sigisbert. Placidus wurde gewalttätig kopflosgemacht. Aber dieser hat seinen Kopf auf der Höhe des Herzens, seinem spirituellen Begleiter entgegen getragen, bis er zusammen gebrochen ist. An diesem Ort steht seit 300 Jahren eine „Oh du weisse Arche, nah am Gebirge“ (Niklaus Meienberg).

#Commonism fokussiert auf die Commons

Während #Capitalism auf den eigenen Kopf, das Eigene, das Privatisierbare, das Habbare, das Besitzbare fokussierte, nimmt #Commonism die Tradition der Allmende auf. (RIP Silke Helfrich). #Commonism erinnert und erneuert diese Idee aus dem Mittelalter, nach den konkreten, erschütternden Erfahrungen der 2. und 3. industriellen Revolutionen.

Übrigens: Wenn du dann in Disentis/Mustér die riesige „Sala Plauna“ mit dem Klosterstall und dem Center Sursilvan d’Acricultura sehen wirst: Noch in den 60er Jahren, haben dort draussen die Menschen vom Vitg (Dorf) alljährlich Ackerland vom Kloster im Sinne einer Allmende erhalten. Der heutige Abt Vigeli im Kloster Disentis sagte in „Ein Buch über die Welt“ (2010) über seine Gemeinschaft:

„Wir sind die letzte Horde real existierender Kommunisten.“

Aber das wäre eine andere Geschichte. Obwohl: Seit hunderten von Jahren ist der Satz bekannt, welcher allwöchentlich am Montag im letzten Gebet der Benediktiner – der Komplet ab 20 Uhr – in gregorianischem Gesang in der Klosterkirche intoniert wird:

„Wer ist der Mensch, der Lust hat am Leben, der Tage sich wünscht, um Gutes zu sehen.“ (Psalm 34)

MYZELT EUCH

Es mag irritieren, wie dieses Fest, dieses Festival, dieser „Event“ organisiert wird. Im Wesentlichen besteht dieses ja bloss aus einer zeitlichen Struktur:

Am Freitag gibt es – nach der ersten #CriticalMass in der Surselva? – die Möglichkeit, jenen persönlich zu begegnen, welche auch an den nächsten Tagen irgendwie involviert sind.

Am Sonntag kann sich angemeldet werden für eine Pilzexkursion mit der lokalen Pilzkontrolle.

Am Samstag gibt es diese eine lange Liste von Teilgaben. (Und wer wollte verbieten, diese auch schon am Freitag und auch noch am Sonntag anzubieten?) Die kann noch exponentiell wachsen bis zum Durchführungstag selbst. Wer eine eMail schickt und zeigt, was? wo? wann? in der Region Surselva gemacht wird – #IrgendwasMitPilzen – ist Teil des Myzels, wird in die Liste eingetragen und kann sich selbst – oder wir machen es! – auf die GoogleMap übertragen.

Wie sagte vor 600 jahren einer der ganz grossen , welcher sich intensiv – und vergeblich – um das „Closter Dissentis“ bemühte – Nikolaus von Kues:

„Das Zentrum ist überall. Die Peripherie nirgends.“

  • Du musst keinen Eintritt bezahlen, um Teil geben oder teil nehmen zu können.
  • Wir präsentieren dir nicht kuratierte Expertisen, sondern gestalten einen schlichten Raum – eigentlich ja bloss diese Liste – in welcher sich aber überraschendes, provozierendes, faszinierendes zur Darstellung bringen wird.
  • Wir fokussieren auf die Erweiterung der Commons – des Allgemeingutes, der Allmende, des Teilbaren, was sich mehrt, wenn es geteilt wird – und nicht auf die Optimierung des Privatisierbaren.

So entstehen kaum Kosten, welche durch Eintritte, Spenden oder Sponsoring beglichen werden müssten. Wenn du dennoch unsere Arbeit unterstützen willst, dann ermöglichst du uns zum Beispiel:

  • Die Produktion eines Armbandes/Tragetasche o.ä., welche den Anwesenden die Verbundenheit signalisiert.
  • Wir können die zwei Raummieten bezahlen.
  • Vielleicht gar einen schönen Apero offerieren.
  • Den freiwillig engagierten in der winzigen Nicht-Organisation eine Anerkennung machen.
  • Und ähnliches mehr…

Danke für deine Kontaktaufnahme oder Geldüberweisung (Da es keine Trägerschaft und kein Bürokratie gibt, werden keine Spendenbestätigungen ausgestellt. Schicke bloss Geld, wenn du viel zu viel davon hast.) Wenn wir dir hier auf dieser Seite als Dank ein Logo/Link auf dein Unternehmen einfügen können, machen wir das gerne. Falls du andere Ideen hast, schauen wir uns diese gerne an, so lange wir offen und frei über eine Kooperation berichten dürfen.

Was Commonismus ist?

Wir wissen es auch (noch) nicht. Aber vielleicht erklären es uns schon bald die Pilze, welche dieses Prinzip zu leben scheinen. Oder du kommst zur Teilgabe 7 und hilfst mit, die Idee weiter auszuformulieren.

Eine Analogie könnte übrigens auch die Entstehung des Myzels „Wikipedia“ zwischen 2001-2006 sein: Vergl. dazu: Stefan M. Seydel, NZZ, 18. April 2020 | Mehr zu unseren „Commonistischen Arbeitsprinzipien“: #SmartSetting #CommunityCare #Xerocracy

Links/Logos:
cc | WikiDienstag | 102014.xyz | #dfdu AG

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